Alles, was Sie über Annuitätenkredite wissen müssen – Infos & Tipps

Wenn Sie sich mit einem Hausbau den Traum vom eigenen Heim erfüllen möchten, dann muss dieser Schritt ausreichend geplant sein. Von Architekten, Geometern, Grundbucheintrag bis zur Firma, die den Bau Ihres Hauses in Angriff nehmen soll – es gibt sehr viel zu planen, zumal es sich um ein großen Vorhaben handelt, dessen Ergebnis die Zeit möglichst ohne Schaden überdauern soll.

Daher sollten Sie sich – als allerersten Schritt – darum kümmern, dass Ihre Finanzen stimmen, damit Sie ein Darlehen bekommen können. Denn nur wenn Sie ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung haben, dann können Sie auf effizientestem Weg ein Haus bauen, und haben daher mit einem größeren Budget etwas mehr Spielraum.

Es gibt natürlich verschiedene Kredite von Haus- bzw. Filialbanken, die spezielle Wohn- oder Immobilienkredite anbieten. Doch es gibt auch Bauherren, die sich für einen Annuitätenkredit entscheiden. Doch was genau ist diese Art des Kredits und welche Vorteile machen ihn so attraktiv für Häuselbauer? In diesem Artikel beantworten wir diese Fragen.

Alles, was Sie über Annuitätenkredite wissen müssen - Infos & Tipps

Was ist ein Annuitätenkredit?

Der Weg zum selbst erbauten Eigenheim führt oft nicht an einem Hypothekarkredit vorbei. Durch diese langjährige Finanzierung können Sie bis zu 80 Prozent der Bau- und Grundstückskosten abdecken. Allerdings wird im Zusammenhang mit dem Bau eines Eigenheimes oft eine bestimmte Variante des Hypothekarkredits aufgenommen, nämlich der Annuitätenkredit. Das Wort Annuität bedeutet in diesem Fall, dass “die Rate gleich bleibt”. Dies ist der bedeutendste Vorteil bei diesem Kredit, da Sie schon von Anfang an genau wissen, wie viel Geld bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit je Monat an den Baufinanzierer zu entrichten ist.

Dabei wird die Zinsbindung bei einem Annuitätenkredit entweder variabel oder zeitlich auf vier, zehn oder zwanzig Jahre festgelegt. Die gleichbleibende monatliche Rate setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem Zins- sowie Tilgungsanteil. Zu Beginn ist die Tilgung des Kredits zwar relativ gering, da jedoch mit jeder Zahlung die Restschuld weniger wird, verringert sich der Anteil der Zinsen an der Rate, und der Tilgungsanteil wird mehr. Daher folgt logischerweise: Je höher die Tilgungsrate, umso kürzer die Laufzeit. Insbesondere bei niedrigen Hypothekenzinsen raten Experten zu einer höheren Tilgung als dem häufig obligatorischen einem Prozent.

Ein Beispiel zu einem klassischen Annuitätenkredit

Als Basis legen wir eine Finanzierungssumme von 100.000 Euro sowie eine Laufzeit von 25 Jahren fest. Der Effektivzins beträgt für die ersten 15 Jahre 5,01 Prozent, die monatliche Tilgungsrate befindet sich in Höhe von 623,33 Euro. Daraus ergibt sich in diesem Beispiel eine Restschuld von 43.011,14 Euro nach 15 Jahren.

Bei manchen Bauspar-Kombiprodukten sind nach dem gleichen Zeitraum noch fast 60.000 Euro übrig. Der Grund hierfür ist, beim Annuitätenkredit beginnt die Tilgung sofort, bei der Bausparvariante zahlt der Kunde jedoch jahrelang nur die Zinsen für den Kredit, während zur gleichen Zeit die Tilgungssumme über einen Bausparvertrag angesammelt wird.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Annuitätenkredits?

Ein entscheidender Vorteil ist, dass bei einer entsprechenden Zinsbindung sich eine gleichbleibende monatliche Tilgung mit genau kalkulierbarer Restschuldentwicklung ergibt. Daher bietet sich diese Form des Hypothekarkredits an, wenn man sein Wohnungseigentum finanzieren möchte.

Ein Manko gibt es jedoch: nach dem Ablauf der Zinsbindung besteht nämlich ein Risiko von Zinserhöhung. Bei variablen Darlehen besteht das Risiko steigender Zinsen im Grunde genommen immer und jederzeit – die finanziellen Belastungen durch das Darlehen könnten daher unerwartet steigen. Für die Finanzierung von vermieteten Immobilien ist der Annuitätenkredit daher – wegen der fallenden Zinsrate und einem steigenden Tilgungsanteil in der Regel – oftmals nicht die idealste Lösung. Denn die Mieteinnahmen bleiben in den meisten Fällen gleich, während die Ausgaben für die Tilgung in die Höhe steigen können.  

 

 

Hinweis: Die Beantragung und Verwendung eines Kredits birgt oftmals Risiken, daher sollten Sie sich immer genau über die aktuellsten Konditionen informieren. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank.

Bildquelle: Geldwissen